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SYLBION in "Auenlandschaft"

Eine Bronzeplastik in der Parkanlage der F. Hoffmann-La Roche AG in Kaiseraugst, 2017

Lange ist es her, da wurde die Ebene um Kaiseraugst von einer Auenlandschaft durchzogen. Die Landschaftsarchitekten bilden die Auenlandschaft nach. Stellen die Wege die Flussläufe dar, sind die verschieden bepflanzten Grünflächen die Inseln dazwischen. Die Künstlerin stetzt auf eine der Inseln das Mischwesen, Sylbion, das aus dieser Landschaft entsprungen zu sein scheint.
Das Ausgangsobjekt für die erfundene Form mit dynamischem Ausdruck ist eine Pflanzengalle, hier ein Hexenbesen, einem anomalen Wachstum in einem Gehölz. Formal sehr spannend ist die exotisch anmutende Anomalie in einer intakten Natur kein Problem, hingegen in einer geschwächten, kranken, kann die Einflussnahme Überhand nehmen.
In diesem Sinne nimmt Sylbion Bezug zur Pharmakologie und deren Wechselwirkung zwischen Stoffen und Lebewesen, aber auch zur Leidenschaft der Künstlerin als Formenerfinderin.


2017
CH-4303 Kaiseraugst AG
F. Hoffmann-La Roche AG
Sylvia Hostettler
Landschaftsarchitektur, BRYUM GmbH, Projektleitung Daniel Baur; Architektur, Nissen Wentzlaff Architekten BSA SIA AG, Projektleitung Ute Fromm
Eingeladener Wettbewerb


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Die Bepflanzung der Parkanlage braucht noch Zeit zum Gedeihen und Zusammenwachsen, so dass sich Sylbion von Jahr zu Jahr mehr in die nachempfunden Auenlandschaft einfügen wird.

Kunstwerk(e)

SYLBION (2017)
Hostettler Sylvia
Plastik
Sylbion stellt einen Mischkörper dar. Ist er Pflanze, ist er Tier? Seine Gestalt wird durch drei Mitstreiter verursacht: mehreren Naturkörpern, einem parasitären Pilz und der Künstlerin, die gleich dem Parasiten mitmischt.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist der parasitäre Pilz eine Pflanzengalle, Cecidie, der in die Pflanze eindringt, dort Hormone ausscheidet, die das Wachstum der Pflanze beeinflussen. Sie versucht gegen den Eindringling anzukämpfen, das Pflanzengewebe beginnt zu wuchern und verschafft so Raum für die Vermehrung des Pilzes. Im Geäst von mehrheitlich Nadelbäumen entstehen Gebilde, die an ein Krähennest oder einen Hexenbesen erinnern. Hexenbesen ist zugleich der biologische Unterbegriff dieser Pflanzengalle.
Im Wald sammelt die Künstlerin solche Anomalien. Eine Anomalie wird ausgewählt, zurechtgeschnitten, anders angesetzt, erweitert. Es entsteht Sylbion (syl = zusammen und bio>Biologie = Leben).

Produktionsort von Sylbion ist die Kunstgiesserei St. Gallen AG.
Bronze patiniert
Modell aufgebaut > 3D Scan > 3D modelliert und bearbeitet > 3D-Druck > Bronzeguss > Bronze patiniert
ca. 800 kg
4.5 x 2,7 x 3,2 m
Sylbion steht in der Parkanlage der Firma F. Hoffmann-La Roche AG auf dem Areal in Kaiseraugst. Das Areal ist nicht öffentlich zugänglich. Nach Absprache mit der zuständigen Person ist eine begleitete Begehung und Besichtigung der ausgestellten Kunst und somit der Bronzeplastik möglich.
hervorragend

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